- Agenten: Yersinia enterocolitica (häufiger bei Durchfall) und Y. pseudotuberculosis. Gramnegative Bakterien.
- Risikopopulation: Es betrifft hauptsächlich Kinder < 4 Jahre.
- Saisonalität: In kalten Klimazonen (Herbst und Winter) häufiger vorkommen. Die Bakterien vermehren sich bei Kühltemperaturen (4°C).
- Übertragung: Fäkal-oral. Kontaminierte Lebensmittel (rohes/ungenügend gekochtes Schweinefleisch, nicht pasteurisierte Milch), kontaminiertes Wasser, Kontakt mit Haustieren oder Zubereitung von Schweinedärmen (Chitterlings).
Säuglinge und Vorschulkinder (< 5 Jahre)
Klassisches Erscheinungsbild einer Gastroenteritis, die normalerweise auftritt länger als die virale (hält 1-3 Wochen).
- Wässriger Durchfall, oft mit Schleim oder Blut (bis zu 25 % der Fälle).
- Fieber (normalerweise von geringem Grad).
- Kolikartige Bauchschmerzen.
Schüler und Jugendliche
Pseudoappendikuläres Syndrom:
- Starke Schmerzen in der rechten Beckengrube (RIF).
- Fieber und Leukozytose.
- Sekundär zu mesenteriale Adenitis o terminale Ileitis.
- ENTSCHEIDENDES Differenzial bei Notfällen mit akuter Blinddarmentzündung. Es können Anzeichen einer fokalen peritonealen Reizung auftreten.
Labor
- Gastrointestinale Panel-PCR: Schnell, einfühlsam und spezifisch. In Notfällen ist sie, sofern verfügbar, die Methode der Wahl.
- Koprokultur: Benachrichtigen Sie das Labor. Erfordert spezielle Medien (CIN-Agar) oder längere Kaltanreicherung.
- Blutkulturen: Nur bei Verdacht auf eine Sepsis (Immunsuppression, Eisenüberladung).
Bild (Ultraschall)
Wichtig zur Abgrenzung von der Blinddarmerkrankung bei älteren Kindern. Erkenntnisse:
- Normaler Blinddarm (komprimierbar, < 6 mm).
- Vergrößerte mesenteriale Lymphknoten (>8 mm kurze Achse).
- Verdickung der Wand des terminalen Ileums oder Blinddarms.
Goldene Regel in Notfällen:
In den allermeisten Fällen einer unkomplizierten Yersinia-Gastroenteritis ist die Erkrankung selbstlimitierend und Erfordert KEINE Antibiotika. Die Säule ist die Rehydrierung.
Indikationen zur Antibiotikatherapie:
- Kleinkinder unter 3 Monaten.
- Sepsis / Bakteriämie.
- Immundefekte.
- Eisenüberladung (z. B. Sichelzellenanämie, Einnahme von Deferoxamin). Yersinien sind siderophil.
- Schwere extraintestinale Beteiligung.
Behandlungsmöglichkeiten (falls angezeigt):
| Arzneimittel | Pädiatrische Dosierung | Über |
|---|---|---|
| Cotrimoxazol (TMP/SMX) | 8-10 mg/kg/Tag (TMP) in 2 Dosen | OV/IV |
| Cefotaxim (Schwere Symptome/Sepsis) |
150-200 mg/kg/Tag div. alle 6-8h | IV |
| Ciprofloxacin (Alternative, ältere Kinder) |
20-30 mg/kg/Tag in 2 Dosen | OV/IV |
Sie können 1 bis 3 Wochen nach der gastrointestinalen Episode auftreten, vermittelt durch immunologische Mechanismen (insbesondere HLA-B27-positiv bei älteren Erwachsenen/Jugendlichen):
Reaktive Arthritis
Polyartikulär, nicht eitrig.
Erythema nodosum
Schmerzhafte prätibiale Knötchen.
Selten: Bakteriämie, Meningitis oder Leber-/Milzabszesse (verdächtig bei Immunsuppression oder Eisenüberladung).