Schwindel in der Pädiatrie

🌀 Arten und häufige Ursachen

Schwindel in der Kindheit: Es ist nicht immer ein Spiel

Schwindel in der Pädiatrie ist eine diagnostische Herausforderung. Die Ursachen werden in periphere (Innenohr) und zentrale (ZNS) Ursachen unterteilt.

Periphere Ursachen (die häufigsten)

  • Benigner paroxysmaler Haltungsschwindel (BPPV) im Kindesalter: Kurze, wiederkehrende und selbstlimitierende Episoden.
  • Vestibularisneuronitis: Akuter und anhaltender Schwindel, oft postinfektiös.
  • Labyrinthitis: Ähnlich einer Neuronitis, jedoch mit damit verbundenem Hörverlust.
  • Mittelohrentzündung: Eine Entzündung kann das Labyrinth beeinträchtigen.

Zentrale Ursachen (Alarm!)

  • Vestibuläre Migräne: Häufigste Ursache für wiederkehrenden Schwindel. Es kann ohne Kopfschmerzen auftreten.
  • ZNS-Tumoren (hintere Schädelgrube): Selten, aber ernst. Suchen Sie nach Anzeichen einer neurologischen Fokussierung.
  • Epilepsie (schwindelerregende Aura): Sehr kurze und stereotype Episoden.
  • Schädel-Hirn-Trauma.
🩺 Wichtige Diagnosetests

Die Kunst des klinischen Verdachts

Eine gute Anamnese und eine körperliche Untersuchung machen 80 % der Diagnose aus. Es ist wichtig, nach Dauer, Auslösern und damit verbundenen Symptomen (Kopfschmerzen, Hörverlust, Tinnitus) zu fragen.

  • Essentiell

    Otoneurologische Untersuchung

    Beinhaltet Otoskopie, Hirnnervenuntersuchung, Romberg-, Gang- und Kleinhirntests (Finger-Nasen-Test).

  • Spezifisch

    Dix-Hallpike-Manöver

    Es verursacht den charakteristischen Nystagmus von BPPV. Mit Vorsicht durchführen.

  • HINWEISE

    HINTS-Protokoll (Kopfimpuls, Nystagmus, Skew-Test)

    Hilft bei der Unterscheidung zentraler von peripheren Ursachen bei akutem Schwindel. Ein pathologischer (zentraler) HINTS erfordert dringend eine Bildgebung.

  • Fortschrittlich

    Komplementäre Tests

    Audiometrie, Videonystagmographie (VNG) oder Gehirn-Magnetresonanztomographie (MRT) sind atypischen, wiederkehrenden Fällen oder bei Verdacht auf eine zentrale Pathologie vorbehalten.

🧘‍♂️ Nicht-pharmakologisches Management

Ruhe und Neupositionierung

Vor einer medikamentösen Behandlung können diese Maßnahmen sehr wirksam sein und stellen die erste Maßnahme dar.

  • Beruhigen Sie das Kind und die Eltern: Schwindel ist sehr belastend. In den meisten Fällen ist es wichtig, die harmlose Natur zu erklären.
  • Ruhige Umgebung: Reduzieren Sie visuelle und akustische Reize. Ein abgedunkelter Raum kann helfen.
  • Flüssigkeitszufuhr: Sorgen Sie für eine gute Flüssigkeitszufuhr, insbesondere bei Erbrechen. Erwägen Sie bei Bedarf eine Serumtherapie.
  • Neupositionierungsmanöver (RPPV): Wenn BPPV diagnostiziert wird, ist die Epley-Manöver (für hinteren Kanal) oder Semont kann das Problem sofort lösen. Sie müssen von geschultem Personal durchgeführt werden.
  • Vestibuläre Rehabilitation: Bei rezidivierenden oder postneuronitisbedingten Fällen können Rehabilitationsübungen die zentrale Kompensation beschleunigen.
💊 Pharmakologisches Management in Notfällen

Symptomatische Behandlung

Ziel ist die Linderung vegetativer Symptome (Übelkeit, Erbrechen) und des Drehgefühls. Mit Vorsicht und für kurze Zeit anwenden, um den Gleichgewichtsausgleich nicht zu beeinträchtigen.

Arzneimittel Pädiatrische Dosierung Gemeinsame Präsentationen Noten
Dimenhydrinat 1–1,5 mg/kg/Dosis alle 6–8 Stunden (maximal 300 mg/Tag) Orale Lösung, Zäpfchen, IV/IM-Ampullen Beruhigende Wirkung. Nützlich, wenn Schwindel vorherrscht.
Ondansetron 0,15 mg/kg/Dosis alle 8 Stunden (maximal 8 mg/Dosis) Mündliche Lösung, Comp. Schmelzwasser, IV-Ampullen Antiemetikum der Wahl. Verursacht keine Sedierung.
Metoclopramid 0,1–0,15 mg/kg/Dosis alle 8 Stunden Oral Sol., Tropfen, Ampullen IV/IM Bei Kindern besteht die Gefahr extrapyramidaler Wirkungen. Mit Vorsicht verwenden.
Diazepam 0,1–0,2 mg/kg/Dosis langsam i.v IV-Ampullen Reserviert für sehr starken und behindernden Schwindel. Starke beruhigende Wirkung.