Praktische Tools für die tägliche Beratung und Überweisungskriterien
Willkommen, lieber Kinderarzt! Dieser interaktive Leitfaden wurde als schnelle und praktische Ressource für die tägliche Beratung konzipiert und befasst sich mit den häufigsten otorhinolaryngologischen Pathologien in der pädiatrischen Bevölkerung. Unser Ziel ist es, Ihr Vertrauen in die Erstversorgung zu stärken und Ihnen klare Kriterien zu liefern, anhand derer Sie wissen, wann es Zeit ist, einen HNO-Arzt aufzusuchen.
Die pädiatrische HNO-Heilkunde ist ein weites Feld, aber wenn Sie die wichtigsten Punkte und Warnsignale kennen, können Sie Ihren kleinen Patienten eine hervorragende Versorgung bieten.
Allgemeine Präventionstipps: Die Förderung des ausschließlichen Stillens in den ersten 6 Monaten, die Vermeidung von Tabakrauchexposition, die Förderung moderner Impfungen (insbesondere gegen Pneumokokken und Influenza) und die Aufklärung über regelmäßige Nasenhygiene mit Kochsalzlösung sind wichtige Maßnahmen, um das Auftreten von HNO-Infektionen bei Kindern zu reduzieren.
Diagnose:
Management:
10 Monate alter Patient, seit 3 Tagen erkältet, gereizt und **hohes Fieber (39°C)**. Eltern berichten, dass er sein Ohr berührt. Bei der Otoskopie war das Trommelfell gerötet, jedoch ohne deutliche Vorwölbung und etwas undurchsichtig. Erhaltene Mobilität zum Pneumo-Otoskop.
Diagnose:
Management:
Diagnose:
Management:
Diagnose:
Management:
Diagnose: Basierend auf den oben genannten Verdachtskriterien.
Management:
Diagnose:
Management:
Diagnose:
Management:
Symptome:
Diagnose:
Management:
Symptome:
Management:
Akute virale Laryngitis:
Stimmknötchen („Nodulo Cries“):
Laryngomalazie:
Diagnose:
Management:
Diagnose:
Management:
Diagnose:
Management (Notfall!):
Haupttypen:
Erkennungs- und Alarmzeichen:
Kurzübersichtstabelle für Medikamente, die häufig bei pädiatrischen HNO-Erkrankungen eingesetzt werden. Überprüfen Sie die Dosierung immer anhand aktueller Quellen und entsprechend dem Gewicht des Patienten.
| Arzneimittel | HNO-Hauptindikation | Pädiatrische Dosierung (oraler Weg) | Frequenz | Noten |
|---|---|---|---|---|
| Paracetamol | Analgetikum/Antipyretikum | 10-15 mg/kg/Dosis | Alle 4-6 Stunden | Max. 60-75 mg/kg/Tag |
| Ibuprofen | Analgetisch/fiebersenkend, entzündungshemmend | 5-10 mg/kg/Dosis | Alle 6-8 Stunden | Max. 40 mg/kg/Tag |
| Amoxicillin | AOM, RSBA, GAS Pharyngotonsillitis | 80-90 mg/kg/Tag | Alle 8–12 Stunden (2–3 Dosen) | Max. 4g/Tag. Reduzieren Sie die Dosis von FARGAS (50 mg/kg/Tag). |
| Amoxicillin-Clavulanat | AOM/RSBA (zweite Linie, Versagen), komplizierte Sinusitis | 80-90 mg Amoxi/kg/Tag | Alle 12 Stunden (2 Dosen) | Erwägen Sie 7:1-Darstellungen für weniger Durchfall. |
| Azithromycin | Alternative zu Penicillin (Allergie) | 10 mg/kg/Tag (Tag 1), dann 5 mg/kg/Tag (Tage 2–5) | einmal am Tag | Für 5 Tage. Nicht für schwere AOM. |
| Dexamethason | Akute Laryngitis (Krupp) | 0,15–0,6 mg/kg/Einzeldosis | Einzeldosis | Mündlich oder IM. Reduziert Atemwegsödeme. |
| Mometasonfuroat (nasal) | Allergische Rhinitis, adenoide Hypertrophie | 1-2 Sprühstöße/Nase/Tag | einmal am Tag | Sichere Langzeitanwendung bei Kindern. |
1. Otoskopie ist der Schlüssel: Bei der AOM sind die Vorwölbung und die eingeschränkte Beweglichkeit des Trommelfells wichtiger als das alleinige Erythem.
2. Der „Mutterkuss“ funktioniert: Bei Fremdkörpern in der Nase handelt es sich um einen sicheren und oft wirksamen Erstversuch.
3. Schmerzen: Priorisieren Sie bei jeder HNO-Pathologie immer die Schmerzbehandlung. Ein Kind ohne Schmerzen kooperiert besser und erholt sich schneller.
4. Einseitigkeit: Ein eitriger einseitiger Schnupfen oder ein einseitiger Hörverlust sollten immer den Verdacht auf etwas anderes (Fremdkörper, Tumor) erwecken.
5. Aktives Zuhören: Eine Sprachverzögerung oder Lernprobleme bei Vorschulkindern können die einzige Manifestation eines Hörverlusts (OME) sein.
6. Wann sollten KEINE Antibiotika gegeben werden?: Erkältung, OME (außer Komplikationen), virale Pharyngotonsillitis. Vermeiden Sie antimikrobielle Resistenzen.
7. Flüssigkeitszufuhr: Besonders bei Pharyngotonsillitis und Laryngitis hilft eine gute Flüssigkeitszufuhr, das Sekret zu verdünnen und Beschwerden zu lindern.
8. Auch der Geruch ist wichtig: Fragen Sie nach der Geruchswahrnehmung bei älteren Kindern mit chronischer Rhinosinusitis, sie kann ein wichtiges Symptom sein.
Beschreibung: Komplikation einer akuten Mandelentzündung, Bildung einer Eiteransammlung zwischen Mandelkapsel und Rachenmuskulatur.
Symptome: Sehr starke einseitige Schmerzen (Odynophagie), Kiefersperre (Schwierigkeiten beim Öffnen des Mundes), „heiße Kartoffel“-Stimme, Abweichung des Zäpfchens zur Gegenseite, Fieber. Der Junge sieht sehr betroffen aus.
Beschreibung: Entzündung und Infektion der Halslymphknoten, häufig bei Kindern nach viraler oder bakterieller Infektion.
Symptome: Tastbarer, schmerzhafter, erythematöser Knoten mit Fieber und allgemeinem Unwohlsein. Oft einseitig.
Beschreibung: Sehr häufig bei Kindern, im Allgemeinen anterior und selbstlimitierend.
Zusätzlich zu den spezifischen Kriterien, die in jedem Abschnitt erwähnt werden, sollten Sie in den folgenden Fällen eine Überweisung an einen pädiatrischen HNO-Arzt in Betracht ziehen: