Infektiöse Mononukleose
Kurzanleitung zur Diagnose, Behandlung und Nachsorge bei pädiatrischen Notfällen.
Ätiologie: Hauptsächlich verursacht durch die Epstein-Barr-Virus (EBV) (Herpesvirus Typ 4). Weniger häufige Ursachen (Mononukleose-Syndrom): Cytomegalovirus (CMV), Toxoplasma gondii, Adenovirus, akutes HIV.
Epidemiologie:
- Übertragung: Direkter Kontakt mit Mundsekreten („Kusskrankheit“).
- Inkubation: Lang, 4 bis 6 Wochen.
- Altersgipfel: Kleinkinder (oft asymptomatisch oder mit leichten Symptomen) und Jugendliche/junge Erwachsene (Klinik in Florida).
- Ansteckungsgefahr: Lebenslange intermittierende Virusausscheidung nach Infektion.
Klassischer Dreiklang:
- Fieber (kann 1–2 Wochen andauern)
- Pharyngotonsillitis (mit dickem pultösen/membranösen Exsudat)
- Lymphadenopathie (typischerweise posterior zervikal, beidseitig, schmerzhaft)
- Allgemein: Starke Asthenie, Anorexie, Myalgie.
- Bauchmuskeln: Splenomegalie (50–60 %, maximales Rupturrisiko in der 2.–3. Woche), leichte Hepatomegalie (10–15 %).
- HNO/Haut: Petechien am Gaumen (Forchheimer-Zeichen), Augenlidödem (Hoagland-Zeichen).
- Exanthem: Makulopapulöse, insbesondere wenn sie Amoxicillin/Ampicillin falsch erhielten (bis zu 90 % der Fälle).
Labor
- Hämogramm: Leukozytose mit Lymphomonozytose (>50 %) und Anwesenheit von atypische Lymphozyten (>10 %). Eine leichte Thrombozytopenie kommt häufig vor.
- Biochemie: Erhöhung der Transaminasen (AST/ALT) in 80 % der Fälle (normalerweise <500 U/L).
- Heterophile Antikörper (Paul-Bunnell / Monospot): Nützlich und schnell, aber hohe Rate falsch negativer Ergebnisse bei Kindern unter 4 Jahren (bis zu 50 %) und in der ersten Krankheitswoche.
- EBV-spezifische Serologie: Akutes Infektionsmuster:
- VCA IgM: Positiv (erscheint schnell, hält 2–3 Monate an).
- VCA-IgG: Positiv (erscheint schnell, hält ein Leben lang).
- EBNA-IgG: Negativ (erscheint 6-12 Wochen nach der Infektion).
Bild
- Bauchultraschall: Keine Routine. Geben Sie an, ob starke akute Bauchschmerzen (Milzruptur ausschließen), zweifelhafte tastbare Raumforderungen oder schwere Gelbsucht vorliegen.
- Seitliches Halsröntgen / CT: Geben Sie an, ob der Verdacht auf eine Beeinträchtigung der Atemwege oder einen peritonsillären/parapharyngealen Abszess besteht.
Die Behandlung erfolgt überwiegend symptomatisch. Es gibt keine wirksamen Virostatika.
- Flüssigkeitszufuhr: Achten Sie auf eine gute Aufnahme kalter oder warmer Flüssigkeiten.
- Ruhe: Relativ während der fieberhaften und akuten Astheniephase.
- Analgetika/Antithermika:
- Ibuprofen: 5–10 mg/kg/Dosis alle 6–8 Stunden p.o. (Nützlich wegen seiner entzündungshemmenden Wirkung im Rachenraum).
- Paracetamol: 10–15 mg/kg/Dosis alle 6–8 Stunden p.o. - Vermeiden Sie Antibiotika: Besonders Amoxicillin (Gefahr eines schweren Hautausschlags). Nur bei nachgewiesener bakterieller Superinfektion (z. B. assoziiert mit S. pyogenes) anwenden.
Teilnahmekriterien:
- Beeinträchtigung der Atemwege („Kussmandeln“, Stridor, Distress).
- Verweigerung der Nahrungsaufnahme bei starker Dehydrierung.
- Verdacht auf oder bestätigte Milzruptur.
- Neurologische Komplikationen (Enzephalitis, Guillain-Barré).
- Schwere Hepatitis, schwere hämolytische Anämie oder schwere Thrombozytopenie.
Krankenhaustherapeutika
Flüssigkeitstherapie
Glucosallin-Serum 1/3 oder 1/2: Bei Grundbedarf (Holliday-Segar) + Defizitkorrektur entsprechend dem Dehydrierungsstatus. IV.
IV Analgesie und Antipyrese
Paracetamol (Perfalgan®-Fläschchen 10 mg/ml): 15 mg/kg/Dosis i.v. alle 6–8 Stunden. (In 15 Minuten vergehen).
Metamizol (Nolotil® Ampullen 2g/5ml): 10–20 mg/kg/Dosis i.v. alle 6–8 Stunden. Bei sehr anhaltendem Fieber oder starken Schmerzen.
Kortikosteroide (eingeschränkte Verwendung)
Nur angezeigt bei: Drohender Atemwegsobstruktion, hämolytischer Anämie, schwerer Thrombozytopenie oder neurologischen Komplikationen.
- Dexamethason (Fortecortin® Ampulle 4 mg/1 ml): 0,15–0,6 mg/kg/Tag IV/PO, aufgeteilt alle 6–12 Stunden. (Max. 10 mg/Tag). Kurze Kur (3-5 Tage).
- Methylprednisolon (Urbason®-Fläschchen 8 mg, 20 mg, 40 mg): 1–2 mg/kg/Tag i.v. in 2–3 Dosen.
Kriterien für die Entlassung aus dem Krankenhaus
- Ausreichende orale Verträglichkeit gegenüber Flüssigkeiten und Analgetika.
- Offener Atemweg ohne Kompromissrisiko.
- Kontrollierbares Fieber zu Hause.
- Keine akuten Bauchschmerzen.
Empfehlungen zur Entlassung
KRITISCH!
Absolutes Verbot von Kontaktsportarten oder intensiver körperlicher Anstrengung wegen der Gefahr einer Milzruptur (auch ohne tastbare Splenomegalie) für mindestens 3 bis 4 Wochen ab Symptombeginn.
- Konsultieren Sie die Notaufnahme, wenn: Plötzliche und starke Bauchschmerzen (linker oberer Quadrant oder auf die linke Schulter bezogen), Schwierigkeiten beim Schlucken von Flüssigkeiten, Atembeschwerden, Blutungen oder schwerer Gelbsucht.
- Häufiges Händewaschen, Gläser und Besteck nicht gemeinsam nutzen.
Richtlinien zur Nachsorge (Primärversorgung)
- Klinischer Besuch: Kontrolluntersuchung bei Ihrem Kinderarzt in 1-2 Wochen.
- Labor: Wiederholen Sie die Analyse (Transaminasen) in 2-4 Wochen nur wenn waren in der akuten Phase deutlich erhöht, bis sie sich normalisierten.
- Bild: Kontrollieren Sie den Ultraschall des Abdomens Es ist KEINE Routine. Sie ist Spitzensportlern vorbehalten, die innerhalb eines Monats eine Genehmigung für die Rückkehr zum Wettkampf benötigen oder bei denen zunächst eine massive Splenomegalie vorlag.
Dosisrechner
Geben Sie das Gewicht des Patienten ein, um die Notfalldosen zu berechnen.
-- mg
Alle 6-8 Stunden. Maximal 1 g/Dosis.
-- mg
Bei resistentem Fieber alle 6-8 Stunden. Maximal 2 g/Dosis.
-- mg
Einzeldosis oder alle 24 Stunden. Kurzer Leitfaden. Maximal 10 mg/Tag.
MonoApp ER
Version 1.1
Anwendung als schnelles Support-Tool konzipiert pädiatrische Notfälle. pediapp.online© 2026.
Rechtlicher Hinweis: Diese App hilft Ihnen, Entscheidungen zu treffen. Das klinische Urteil des Arztes muss immer Vorrang haben. Überprüfen Sie vor der Verschreibung immer die Dosierung.
Entwickelt für Kinderärzte.