Interaktiver Leistungsleitfaden

MARC-Protokoll

Erfahren Sie, wie Sie sich bei Verdacht auf Kindes- und Jugendmissbrauch verhalten sollen. Sie müssen auf jeden Schritt richtig reagieren, um fortzufahren.

Dieser Leitfaden richtet sich an medizinisches Fachpersonal. Die Meldung eines Missbrauchsverdachts ist eine gesetzliche Verpflichtung und ein Akt des Schutzes des Minderjährigen. pediapp.online© 2026

Schritt 1 von 4

Erkennung und Anfangsverdacht

Der Verdacht kann durch physische, verhaltensbezogene oder erzählerische Indikatoren entstehen. Ihre Aufgabe besteht nicht darin, zu ermitteln, sondern zu erkennen und zu schützen.

Physikalische Indikatoren
  • Unerklärliche Verletzungen oder Verletzungen an ungewöhnlichen Stellen (Rücken, Bauch).
  • Verletzungen in verschiedenen Heilungsphasen.
  • Verbrennungen mit definierten Mustern.
  • Mangelnde Hygiene oder Pflege (Fahrlässigkeit).
Verhaltens- und Missbrauchsindikatoren
  • Extreme Angst, Unruhe, plötzliche Aggression.
  • Inkonsistente oder unplausible Geschichten.
  • Bei sexuellem Missbrauch: Genitalverletzungen, sexuell übertragbare Krankheiten oder altersunangemessenes sexuelles Wissen.

Verifizierungsfrage:

Ein 5-jähriger Junge kommt mit mehreren Prellungen am Rücken und am Bauch an. Die Eltern sagen, er sei „von seinem Fahrrad gefallen“. Was ist der relevanteste Verdachtsindikator?

A) Die Geschichte der Eltern, da Kinder oft stürzen.
B) Die Stelle der blauen Flecken, die für einen Fahrradsturz nicht typisch ist.
C) Wenn das Kind sehr ruhig ist, kann es einfach an Schüchternheit liegen.

Schritt 2 von 4

Medizinische Leistung und Informationssammlung

Im Vordergrund steht die medizinische Versorgung. Dokumentieren Sie gleichzeitig alles sorgfältig und objektiv.

1. Dringende medizinische Versorgung: Stabilisiert und behandelt alle Verletzungen. Erwägen Sie eine Krankenhauseinweisung als Schutzmaßnahme.

2. Anamnese: Sprechen Sie mit dem Kind nach Möglichkeit allein und in einfacher Sprache. Dokumentieren Sie Ihre Worte wörtlich.

3. Körperliche Untersuchung: Untersucht das Kind vollständig (entkleidet) und dokumentiert alle Verletzungen (Art, Größe, Lage).

Verifizierungsfrage:

Wie soll beim Verfassen des ärztlichen Gutachtens die Erklärung des Minderjährigen richtig wiedergegeben werden?

A) Fassen Sie zusammen, was das Kind Ihrer Meinung nach gemeint hat.
B) Schreiben Sie Ihre genauen Wörter in Anführungszeichen.
C) Vermeiden Sie es, die Worte des Kindes einzubeziehen, um es nicht zu kompromittieren.

Schritt 3 von 4

Offizielle Benachrichtigung

Die Benachrichtigung ist a gesetzliche Verpflichtung basierend auf Verdacht, nicht auf Gewissheit. Der Schlüssel liegt in der Bestimmung des Risikoniveaus.

HOHES RISIKO/DRINGLICHKEIT

Ernsthafte und unmittelbar drohende Gefahr (schwere Verletzungen, kürzlich erfolgter sexueller Missbrauch, erschüttertes Baby).

MASSNAHME: DRINGENDE telefonische Mitteilung an DGAIA oder 112 (Mossos) und Zusendung eines Benachrichtigungsblatts innerhalb von <24 Stunden.

Leichtes bis mittleres Risiko

Es besteht keine unmittelbare Gefahr, es gibt jedoch Anzeichen (mittlere Fahrlässigkeit).

AKTION: Senden eines Benachrichtigungsblatts an die EAIA des Gebiets. Kein Anruf erforderlich.

Verifizierungsfrage:

Sie betreuen einen Säugling mit Verletzungen, die auf das „Shaken-Baby-Syndrom“ hinweisen. Was ist die erste Benachrichtigungsmaßnahme, die Sie ergreifen sollten?

A) Füllen Sie ruhig das Benachrichtigungsformular aus, um es an die EAIA zu senden.
B) Rufen Sie in dringenden Fällen die DGAIA oder 112 an.
C) Warten Sie, bis die Ergebnisse aller Tests vorliegen, um sicherzugehen.

Schritt 4 von 4

Medizinischer Bericht und Nachsorge

Der Bericht muss detailliert und objektiv sein. Entscheidend sind die Abstimmung mit anderen Diensten und die Erfassung in der Krankengeschichte.

Hauptinhalt des Berichts

  • Datum, Datum und Uhrzeit.
  • Anamnese (wörtliche Geschichten).
  • Objektive Beschreibung der körperlichen Untersuchung.
  • Tests, Diagnose und Behandlung.
  • Objektive Schlussfolgerung: Verwenden Sie Sätze wie „Läsionen kompatibel mit…“.

Letzte Verifizierungsfrage:

Welche dieser Aussagen eignet sich am besten für die Schlussfolgerung einer Meldung über einen Missbrauchsverdacht?

A) „Der Vater hat das Kind misshandelt.“
B) „Die Verletzungen sind mit körperlicher Aggression durch einen Erwachsenen vereinbar.“
C) „Die Geschichte der Eltern ist falsch.“

Glückwunsch!

Sie haben den interaktiven Leitfaden zum MARC-Protokoll abgeschlossen. Jetzt verfügen Sie über das Schlüsselwissen, um bei Verdacht auf Kindesmissbrauch richtig zu handeln.