Sequentielles Management der atopischen Dermatitis bei Kindern

Ein interaktiver klinischer Schritt-für-Schritt-Leitfaden für medizinisches Fachpersonal. Folgen Sie dem Ablauf, um fundierte therapeutische Entscheidungen zu treffen. pediapp.online© 2026.

Therapeutisches Flussdiagramm

Schritt 1: Diagnose und erste Behandlung (leichte Dermatitis)

Erste Bewertung

Der pädiatrische Patient weist in typischen Bereichen (Fugengelenke, Gesicht, Kopfhaut) Anzeichen einer atopischen Dermatitis (trockene Haut, Juckreiz, Erythem, ekzematöse Läsionen) auf.

Erstbehandlung:
  • Allgemeine Maßnahmen: Intensive Feuchtigkeitsversorgung mit unparfümierten Weichmachern (mindestens 2-mal täglich), kurzen Bädern mit warmem Wasser und Syndet-Seifen.
  • Arzneimittel: Topisches Kortikosteroid mit geringer Wirksamkeit.
  • Präsentation und Dosierung: 1 % Hydrocortisoncreme oder -salbe. Tragen Sie 1–2 Mal täglich eine dünne Schicht auf die aktiven Läsionen auf, bis diese abgeklungen sind.
Bewerten Sie es in 2–4 Wochen. Gab es eine deutliche Verbesserung?
Schritt 2: Therapeutische Eskalation (mittelschwere Dermatitis)

Mangelnde Reaktion auf die Erstbehandlung

Die Läsionen bleiben bestehen oder verschlimmern sich trotz Behandlung mit niedrigwirksamen Kortikosteroiden und allgemeinen Maßnahmen. Pruritus beeinträchtigt den Schlaf und die Lebensqualität.

Zweitlinienbehandlung:
  • Option A: Mittelwirksames topisches Kortikosteroid.
    • Drogen: Mometasonfuroat 0,1 %, Fluticasonpropionat 0,05 %.
    • Dosis: Tragen Sie 7–14 Tage lang einmal täglich eine dünne Schicht auf.
  • Option B (insbesondere in empfindlichen Bereichen wie Gesicht, Augenlider, Falten): Topische Calcineurin-Inhibitoren (CTI).
    • Drogen: Tacrolimus 0,03 % (für Kinder > 2 Jahre) oder Pimecrolimus 1 % (für Kinder > 3 Monate).
    • Dosis: Bis zur Besserung 2-mal täglich auftragen. Kann zu anfänglichem Brennen führen.
  • Halten: Proaktive Behandlung (2-mal pro Woche in zuvor betroffenen Gebieten) zur Vorbeugung von Ausbrüchen.
Bewerten Sie es in 2–4 Wochen. Gab es eine Verbesserung?
Schritt 3: Erweitertes Management (schwere Dermatitis)

Schwere oder refraktäre atopische Dermatitis

Generalisiertes Ekzem, starkes Erythem, Exsudation, behindernder Juckreiz und Versagen mittel- bis hochwirksamer topischer Behandlungen.

Erweiterte therapeutische Optionen:
  • Intensive topische Therapie: Hochwirksame Kortikosteroide (z. B. Clobetasolpropionat 0,05 %) über kurze Zeiträume (5–7 Tage) und mit äußerster Vorsicht.
  • Okklusionstherapie (Nasswickel): Verwendung von feuchten Verbänden über dem Weichmacher/Kortikosteroid, um die Penetration zu erhöhen und die Haut zu beruhigen. Erfordert Aufsicht.
Prüfungen zur Anfrage und Empfehlungskriterien:
  • Labortests:
    • Gesamtes und spezifisches Serum-IgE: Bei Verdacht auf einen bestimmten allergischen Auslöser (Lebensmittel, Pneumoallergene).
    • Hämogramm: Zur Beurteilung der Eosinophilie.
    • Bakterien-/Viruskultur: Bei Anzeichen einer Superinfektion (Impetigo, Eczema herpeticum).
  • Überweisung zum Hautarzt:
    • Diagnoseunsicherheit.
    • Versagen der Zweitlinienbehandlung.
    • Notwendigkeit einer Phototherapie oder systemischen Therapie (Ciclosporin, Methotrexat, Dupilumab).
  • Überweisung an einen Allergologen:
    • Mittelschwere bis schwere Dermatitis mit unmittelbarer Reaktion auf ein Nahrungsmittel in der Vorgeschichte.
    • Anhaltende Dermatitis trotz optimierter Behandlung mit Verdacht auf Nahrungsmittelallergie.
    • Vorliegen allergischer Begleiterkrankungen (Asthma, allergische Rhinitis).
Wartungs- und Ausbruchspräventionsphase

Seuchenkontrolle erreicht

Aktive Läsionen sind verschwunden oder haben sich deutlich verbessert. Das Ziel besteht nun darin, die Haut gesund zu halten und künftigen Rückfällen vorzubeugen.

Wartungsstrategie:
  • Kontinuierliche Flüssigkeitszufuhr: Es ist der Schlüssel zum Erfolg. Tragen Sie Weichmacher mindestens zweimal täglich großzügig auf die gesamte Haut auf, auch ohne sichtbare Läsionen.
  • Proaktive Behandlung (empfohlen): Tragen Sie an zwei aufeinanderfolgenden Tagen pro Woche (z. B. samstags und sonntags) ein Kortikosteroid mit niedriger bis mittlerer Wirksamkeit oder einen Calcineurin-Inhibitor auf die Bereiche auf, die am häufigsten entzündet sind. Dadurch wird die Zahl der Ausbrüche deutlich reduziert.
  • Schnelles Ausbruchsmanagement: Beginnen Sie beim ersten Anzeichen eines neuen Ausbruchs mit der täglichen topischen entzündungshemmenden Behandlung für einige Tage, bis der Ausbruch abgeklungen ist.
  • Weiterbildung: Verstärken Sie die allgemeinen Maßnahmen und die Wichtigkeit der Einhaltung der Behandlung gemeinsam mit den Eltern/Betreuern.

Exzellent! Eine langfristige Kontrolle ist unerlässlich.

Empfehlungen für Eltern und Betreuer

Was JA zu tun ist

  • Befeuchten, hydratisieren, hydratisieren: Tragen Sie mehrmals täglich, insbesondere nach dem Baden, eine unparfümierte Weichmacher-/Feuchtigkeitscreme auf.
  • Kurze, warme Bäder: Verwenden Sie 5–10 Minuten lang warmes (nicht heißes) Wasser. Verwenden Sie milde Reinigungsmittel (Syndet) ohne Seife.
  • Schonendes Trocknen: Tupfen Sie die Haut trocken, ohne zu reiben, und tragen Sie die Feuchtigkeitscreme auf die noch leicht feuchte Haut auf.
  • Kurze und saubere Nägel: Um Kratzschäden zu minimieren. Ziehen Sie nachts Baumwollhandschuhe in Betracht.
  • Baumwollkleidung: Wählen Sie weiche, lockere Baumwollkleidung. Vermeiden Sie Wolle und synthetische Fasern.
  • Auslöser erkennen und vermeiden: Achten Sie auf mögliche Faktoren, die Ausbrüche verschlimmern (Hitze, Schweiß, Stress, bestimmte Nahrungsmittel bei bestätigter Allergie).

Was man NICHT tun sollte

  • Verwendung aggressiver oder parfümierter Seifen: Sie reizen und trocknen die Haut aus.
  • Haut einreiben: Sowohl beim Waschen als auch beim Trocknen. Reibung verschlimmert Ekzeme.
  • Verwenden Sie sehr heißes Wasser: Es entzieht der Haut natürliche Öle und verstärkt den Juckreiz.
  • Das Kind überziehen: Hitze und Schweiß sind häufige Auslöser für Pickel.
  • Kratzen zulassen: Obwohl es schwierig ist, sollten Sie versuchen, das Kind abzulenken. Kratzen verschlimmert Entzündungen und kann Infektionen verursachen.
  • Stoppen Sie die Flüssigkeitszufuhr: Sie sollten nicht aufhören, Feuchtigkeitscreme aufzutragen, auch wenn Ihre Haut in Ordnung zu sein scheint.
  • „Angst“ vor Kortikosteroiden haben: Bei richtiger Anwendung und unter ärztlicher Aufsicht sind sie sicher und sehr wirksam. Unbehandelte Entzündungen sind schädlicher.

Selbsteinschätzung des Wissens

1. Was ist die Erstbehandlung bei einem leichten Schub einer atopischen Dermatitis?

2. In welcher Situation ist ein topischer Calcineurin-Hemmer (z. B. Tacrolimus) besonders nützlich?

3. Wann sollte ein Kind mit Neurodermitis an einen Allergologen überwiesen werden?

4. „Proaktive Behandlung“ besteht aus:

5. Was ist die wichtigste Maßnahme in der täglichen Betreuung eines Kindes mit Neurodermitis?

Bibliographie und Ressourcen

1. Wollenberg, A., et al. (2018). Positionspapier der ETFAD/EADV Eczema Task Force 2018 zur Diagnose und Behandlung von atopischer Dermatitis bei Erwachsenen und Kindern. Zeitschrift der Europäischen Akademie für Dermatologie und Venerologie, 32(5), 657-682.

2. Eichenfield, L.F., et al. (2014). Leitlinien für die Behandlung der atopischen Dermatitis: Abschnitt 2. Behandlung und Behandlung der atopischen Dermatitis mit topischen Therapien. Zeitschrift der American Academy of Dermatology, 71(1), 116-132.

3. Sidbury, R., et al. (2014). Leitlinien für die Behandlung der atopischen Dermatitis: Abschnitt 4. Prävention von Krankheitsschüben und Einsatz ergänzender Therapien und Ansätze. Zeitschrift der American Academy of Dermatology, 71(6), 1218-1233.

4. Nationales Institut für Gesundheits- und Pflegeexzellenz (NICE). (2007). Atopisches Ekzem bei unter 12-Jährigen: Diagnose und Behandlung. Klinische Leitlinie [CG57].