Zervikale Adenitis

Praktischer Leitfaden für die Pädiatrie

Definition und Allgemeines

Zervikale Lymphadenitis ist eine Entzündung eines oder mehrerer Lymphknoten im Nacken. Es handelt sich um eine der häufigsten Konsultationen in der pädiatrischen Praxis, und obwohl die meisten Fälle gutartig und selbstlimitierend sind, ist die Differentialdiagnose breit gefächert und erfordert einen systematischen Ansatz.

Wichtige Punkte

  • Im Allgemeinen äußert es sich durch eine einseitige Volumenvergrößerung im Nacken.
  • Die häufigste Lokalisation ist submandibulär und anterior zervikal.
  • Die meisten Fälle sind infektiösen Ursprungs (viral oder bakteriell).
  • Die größte Herausforderung besteht darin, gutartige Ursachen von schwerwiegenden Pathologien zu unterscheiden.

Gemeinsame Ätiologie

Die Ursachen variieren je nach Alter und klinischem Erscheinungsbild (akut vs. subakut/chronisch). Virusinfektionen der oberen Atemwege sind die häufigste Ursache einer bilateralen reaktiven Lymphadenopathie.

Einseitige akute Adenitis

  • Bakterien:
    • Staphylococcus aureus (am häufigsten)
    • Streptococcus pyogenes (Gruppe A)
    • Anaerobier (im Zusammenhang mit Zahninfektionen)
  • Viral:
    • Adenovirus
    • Epstein-Barr-Virus (EBV)
    • Zytomegalievirus (CMV)

Subakute/chronische Adenitis

  • Nichttuberkulöse Mykobakterien (NTM): Typischerweise einseitig, schmerzlos, mit violetter Haut.
  • Katzenkratzkrankheit: Bartonella henselae.
  • Toxoplasmose: Toxoplasma gondii.
  • Tuberkulose: Mycobacterium tuberculosis.

Systematische klinische Bewertung

Eine ausführliche Anamnese und eine vollständige körperliche Untersuchung sind für die Diagnose unerlässlich.

Schlüsselanamnese

  • Evolutionszeit: Akut (< 2 Wochen), subakut (2–6 Wochen), chronisch (> 6 Wochen).
  • Begleitsymptome: Fieber, Odynophagie, Atemwegsbeschwerden, Hautausschlag.
  • Ausstellungen: Kontakt mit Katzen (Bartonella), Verzehr von rohem Fleisch/nicht pasteurisierter Milch (Toxoplasma, Brucella), kürzliche Reisen, Kontakt mit Tuberkulose.
  • B-Symptome (rote Flaggen): Anhaltendes Fieber, Gewichtsverlust, Nachtschweiß.

Körperliche Untersuchung

Bewerten Sie die 7 „S“ der Lymphknoten:

Größe: >2 cm ist verdächtiger.
Standort (Standort): Supraklavikulär ist höchst abnormal.
Symptome (lokale Symptome): Schmerzen, Erythem, Hitze (deutet auf eine bakterielle Infektion hin).
Weich/Hart (Konsistenz): Hart/steinig sind besorgniserregend. Gummiartig im Lymphom.
Eiterung: Abszess.
Festgefahren: Eine Fixierung in tiefen Ebenen deutet auf eine Bösartigkeit hin.
Systemisch: Hepatosplenomegalie, generalisierte Lymphadenopathie.

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Diagnostische Studien

In den meisten Fällen sind keine Studien erforderlich. Sie sind atypischen, schwerwiegenden Fällen oder solchen vorbehalten, die nicht auf die Behandlung ansprechen.

  • Blutanalyse

    Hämogramm, ESR und CRP. Nützlich, um virale (Lymphozytose) von bakteriellen (Neutrophilie, erhöhtes CRP/ESR) zu unterscheiden. Serologien (EBV, CMV, Bartonella, Toxoplasma) wie vermutet.

  • Doppler-Ultraschall

    Es ist das Bildstudio Ihrer Wahl. Ermöglicht:

    • Bestätigen Sie die Lymphknotenbeschaffenheit der Masse.
    • Unterscheiden Sie zwischen reaktiver und suppurativer Adenitis (Abszess).
    • Bewerten Sie verdächtige Merkmale (Verlust des Fetthilus, abgerundete Form, abnormale Vaskularisierung).
    • Führen Sie die Feinnadelaspiration (FNAC) durch.

  • PPD oder IGRA

    Indiziert bei Verdacht auf Tuberkulose oder NTM, insbesondere bei chronischer Adenitis und mit epidemiologischen Risikofaktoren.

  • Biopsie (FNAC oder Exzision)

    Reserviert für:

    • Verdacht auf Malignität (supraklavikuläre Knoten, hart, verklebt, B-Symptome).
    • Keine Diagnose nach ersten Studien.
    • Mangelnde Reaktion auf eine angemessene Behandlung.

Endgültige Bewertung

1. Was ist der häufigste bakterielle Erreger bei einseitiger akuter Adenitis des Gebärmutterhalses bei Kindern?

2. Was ist die erste bildgebende Untersuchung zur Beurteilung einer zervikalen Adenitis?

3. Das Vorliegen einer Lymphadenopathie im supraklavikulären Bereich sollte in erster Linie den Verdacht aufkommen lassen auf:

4. Was ist der wahrscheinlichste diagnostische Verdacht bei einem Kind mit seit 4 Wochen bestehender submandibulärer Lymphadenopathie, schmerzlos und mit violetter Haut darüber?

5. Was ist die erste empirische Antibiotikabehandlung bei unkomplizierter bakterieller Adenitis?

Literatur

  • Leung AK, Robson WL. Zervikale Lymphadenopathie im Kindesalter. J Kindergesundheitspflege. 2004 Jan-Feb;18(1):3-7.
  • Nield LS, Kamat D. Lymphadenopathie bei Kindern: wann und wie zu beurteilen. Klinik für Pädiatrie (Phila). 2004 Jan-Feb;43(1):25-33.
  • Deosthali A, Liewehr S, Ricalde P. Zervikale Lymphadenopathie. HNO-Klinik North Am. 2018 Dez;51(6):1155-1165.
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  • Abschnitt über Infektionskrankheiten, American Academy of Pediatrics. Rotes Buch: Bericht 2021–2024 des Ausschusses für Infektionskrankheiten. 32. Aufl. Itasca, IL: American Academy of Pediatrics; 2021.